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Dienstag, 10. April 2012

Echt Grass

Hat nur was mit Politik zu tun, mein Tagesthema, nix mit Geld (nur insofern, als mir mal ein signiertes Grass-Buch bei Amazon 10€ einbrachte, was aber lange vor dem Millionenprojekt war).

Und wer es nicht lesen mag, der lasse es bleiben - wer anderer Ansicht ist als ich, mag sich gerne äußern, von mir aber bitte keine Einsicht verlangen und glauben, mich von meiner Ansicht abbringen zu können - denn im Zentrum meiner Gedanken steht die Interpretation eines Textes, der behauptet, ein Gedicht zu sein, der dies aber nicht ist und der deswegen noch viel einfach textimmanent zu deuten ist als alles anderen Texte, die die selbe Vorgabe mindestens ebensowenig erfüllen.
Echt Grass - weil er mal wieder den Mund aufmacht und spaltet.
Echt Grass, weil Grass schockt - mal zu Selbstpromotionzwecken, mal, weil er wirklich was zu sagen hat.
Echt Grass einfach - so war er wohl schon immer, so wird er wohl auch die kommenden zwanzig Jahre seines ihm vergönnten Lebens bleiben.

Aber ich frage mich seit Tagen, weswegen es problematisch ist (abgesehen von der deutschen Geschichte), ein außenpolitisches Manöver einer sich selbst als demokratisch bezeichnenden Regierung in einem öffentlichen Medium eines anderen Landes zu kritisieren? (nicht nur ich - und andere haben eine Antwort: SZ zu GG
Die Gleichsetzung von "Antisemitismus" mit der Kritik an der Israelischen Regierung in Bezug auf deren außenpolitisches Gebaren zeigt meiner Ansicht nach den Wunsch nach einem Freibrief für jedwedes militärisches, außen- und innenpoltisches Handeln, der sich in der Geschichte begründet sieht - SO kann man aber keine zukunftsträchtige Staatenpolitik machen. SO kann man nciht zu einer Überwindung der geschichte beitragen, SO kann man nciht die eigenen probleme glaubhaft lösen.
Ganz abgesehen davon, dass Israel als Staat (NICHT "die Israelis", keinesfalls "die Juden" - denn in Israel gibt es ja durchaus auch Christen, Moslems und weitere Glaubensrichtungen - wie die der unzähligen Gastarbeiter aus Thailand, den Philippinen, China....) nur dann glaubwürdig ist, wenn es die gleichen Rechte und Pflichten hat wie alle anderen Staaten.
Was das Recht all derjenigen angeht, die in Gaza oder der Westbank leben, wird da meiner persönlichen Ansicht nach im direkten Kontakt sehr oft sehr sanft mit der israelischen Regierung umgegangen....
Aber nochmal zu Grass im Zitat : "Es ist antisemitisch, darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden darf", sagte Avnery. Israel wolle mit denselben Maßstäben wie andere Staaten gemessen werden. 
Danke, Herr Avnery - ganz meine Meinung!
Wenn ich Grass richtig verstanden habe, geht es ihm um Kritik an einem Verhalten, das ihm unrechtmäßig scheint - wer will ihm dies verbieten? Wer glaubt, das Recht zu haben, ihm den Mund zu verbieten?  Warum? Ist Zensur das Mittel der Wahl? Ist Wegschauen (weiterhin) auf der Grundlage einmal begangenen Unrechts das Mittel der Wahl? Wird Unrecht zu Recht, wenn es in abgewandelter Form wiederholt wird?

Es steht in dem Text NICHTS, was daran im Sinne der Menschlichkeit und des unterstellten Antisemitismus kritisierbar ist - der einzige Grund, den ich mir denken kann, warum so heftig reagiert wird, ist, dass da einer einen Finger in eine nie geschlossene Wunde legte. Und er weiß, sie wird weder heilen, noch verbunden werden - sie wird bleiben und vielleicht als Sepsis den ganzen Weltkörper vergiften. Auweia, jetzt muss ich aufpassen, die Neonazis verwenden ja auch Körpermetaphern....

WIRKLICH zum Schreien ist aber, dass sich jetzt hohlköpfige Antisemiten sowohl Grass als auch Gaucks anstehende Israelreise zunutze machen, um ihre menschenverachtende Ansicht im netz zu verbreiten - ätzend! Keine Vernunft mehr in diesem Land....

WAS GESAGT WERDEN MUSS

„Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte, weil in dessen Machtbereich der Bau einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir, jenes andere Land beim Namen zu nennen, in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten – ein wachsend nukleares Potential verfügbar aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung zugänglich ist?
Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes, dem sich mein Schweigen untergeordnet hat, empfinde ich als belastende Lüge und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt, sobald er mißachtet wird; das Verdikt „Antisemitismus“ ist geläufig.
Jetzt aber, weil aus meinem Land, das von ureigenen Verbrechen, die ohne Vergleich sind, Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird, wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert, ein weiteres U-Boot nach Israel geliefert werden soll, dessen Spezialität darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen ist, doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will, sage ich, was gesagt werden muß.
Warum aber schwieg ich bislang? Weil ich meinte, meine Herkunft, die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist, verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden? Weil gesagt werden muß, was schon morgen zu spät sein könnte; auch weil wir – als Deutsche belastet genug – Zulieferer eines Verbrechens werden könnten, das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld durch keine der üblichen Ausreden zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr, weil ich der Heuchelei des Westens überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen, es mögen sich viele vom Schweigen befreien, den Verursacher der erkennbaren Gefahr zum Verzicht auf Gewalt auffordern und gleichfalls darauf bestehen, daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern, mehr noch, allen Menschen, die in dieser vom Wahn okkupierten Region dicht bei dicht verfeindet leben und letztlich auch uns zu helfen.“
...
„Was gesagt werden muss“: Das umstrittene Israel-Gedicht von Günter Grass im Wortlaut - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/buecher/was-gesagt-werden-muss-das-umstrittene-gedicht-von-guenter-grass-im-wortlaut_aid_732817.html

Sonntag, 8. April 2012

I don't believe in Easterbunnies (anymore)

Seit heute glaube ich nicht mehr an den Osterhasen. Er hat mir nämlich nichts gebracht - nicht mal einen einzigen Euro, was eine Sauerei ist, wenn ich mir überlege, wie viele Einzel-Euros ich in die Geschenke meines Kindsvolks zu investieren hatte. Und nicht mal in vollständige Geschenke - im Experimentierkasten fehlte die Bedienungsanleitung - was extrem ungünstig ist, wenn diese bebildert und zum "Selbststudium für Leseunkundige" ist und somit dem Kind eigenständige Erfolgserlebnisse ermöglichen soll. Ich glaube, ich habe mit sowas einfach allgemein kein Glück. Schaun wir mal, ob der Kosmos-Verlag (trotz des Todes seines Geschäftsführers und Firmengründers Axel Meffert vorigen Monat) sich ebenso generös zeigt wie Ravensburger dereinst mit dem Zauberstift.

Oh, dazu noch eine kleine Erfahrung mit Limango, zu denen ich jetzt bewusst keinen Link setze, weil ich mich SOWAS von über die ärgere: am 9.3. habe ich bei einer Aktion was bestellt, das zwischen dem 24.3. und 5.4. ausgeliefert werden SOLLTE. Da ich ja angesichst der Versandhistorie schon ahnte, dass das nicht klappt, wendete ich mich am 30.3. an die Damen und Herren, die sich selbst lieber als "Hey-Community-Duzfreunde" darstellen (solche Freunde WILL ICH NICHT! Nicht mal auf Facebook!) und mich blubbernd zu beruhigen versuchten. Auch der freundliche Bariton in der hotline am 4.4. versuchte noch, mir zu erklären, dass die Lieferung "on tour" und morgen bestimmt (*Vollpfosten*) da sei. Mit einem Versandunternehmen, das sich zwar die Flügel des Götterboten anheftet, bei dem man froh sein darf, wenn es denn wenigstens mit der Kutsche des Schwager Kronos nach einigen Irrungen überhaupt liefert....HAHA - das Ende vom Lied war dann, als ich ebenfalls am 4.4. eine Mail bekam (Hallo, es tut uns leid, es gab Verzögerungen - ACH WAS????? - wir HOFFEn, bis Ostern liefern zu können.....), eine relativ wütende und semi-aggressive Stornierung. Kriege ich halt 83,54 zurück. Den 5 Euro-Gutschein kann Limago behalten, nicht mal für's Millionenprojekt will ich den mehr verrechnen - Sepperl, echt wahr.



Aber zum Thema Generosität: ich habe letzten Monat erneut eine Unmenge an Produktproben bekommen - von Pantene Pro V über das Testerportal TRND.
Das Blöde ist, dass ich die nicht so recht vertrage - die Originalgrößen für Feines Haar werde ich also genauso verschenken wie die milliarden Proben (die aber sehr gut riechen, und die man kostenlos HIER bestellen kann. Und bei Siftung Warentest hat Pantene Pro-V tatsächlich mit einem eindeutig guten Ergebnis als bestes Volumenshampoo abgeschnitten - ich will und sollte es also wohl nicht klein reden). Immerhin waren die Originalprodukte ein Shampoo mit sehr schwer zu öffnendem Verschluss, eine Spülung, die leichter zu öffnen ist, ein Hitze-Schutz-Spray und einen Tiegel Kurpackung. Nun, das wird dann mein Post-Ostergeschenk an meine Freundin Alex.

Also, die Bilanz nach diesem Post: MINUS 5 Euro von Limango, MINUS  geschätzte 10 von der Trnd-Pantene-Aktion, MINUS einen Euro, den ich hätte von irgendjemandem bekommen sollen = MINUS 16 Euro.

Ergo: ich bin ein bemitleidenswertes armes Hascherl, das dringend von DIR mit einem Euro für's Millionenprojekt unterstützt werden sollte. denn bei all der Geschichtenerzählerei wollen wir nicht vergessen, worum es mir eigentlich geht: um's Geld! Und lasst mich wieder an den Osterhasen glauben!
(Dringender Aufruf!)

DANKESCHÖN für's Lesen, Doppeldank für die Überweisung und ansonsten noch: Frohe Ostern!

Donnerstag, 23. Februar 2012

Huren, Lügner und Betrüger: und ich mittendrin!

Ja, so langsam kapiere ich, wieso man mit einem Blog Geld verdient – oder eben auch nicht.
Und ich verstehe, was Jonas meinte mit „Schreib lieber über was, was Dich interessiert!“.
Ich finde es frustrierend, muss ich gestehen, zu sehen (und selbst beteiligt zu sein), wie das Netz in Inhaltslosigkeit versinkt, die sich dann letztlich Content nennt.
Eigentlich geht es doch keinem der Blogger, die bei mir Content kaufen, um WIRKLICHEN Inhalt. Zumindest verstehe ich ansonsten nicht, wieso sie meine Texte gut finden, die ich eher als Gelaber, mittelmäßig und unaufklärerisch sehe.
Ja, natürlich, ein Blog ist keine Doktorarbeit und hat auch sonst eher unterhaltenden als rein informierenden Anspruch (es sei denn, es ist ein Fachblog – aber DAS schreiben die Leute eher selbst). Aber verliert sich nicht auch der Informations- und Unterhaltungsgehalt, wenn ich weiß, dass das, was ich gerade lese, nicht für MICH geschrieben wurde, sondern für eine hohe Anzahl an Klicks und (Back-)links?
Das ist also das Paradoxon, in dem ich lebe und das mir ehrlich gestanden die Lust aufs Bloggen auch wirklich ein bisschen versaut hat. Da ist so viel System dahinter, so viel Strategie.
Ich mache mit bei dem Schmu, um Geld zu verdienen, über das ich theoretisch wieder hier berichten wollte. Mit dem Ziel, wohlgemerkt, dies dann wieder zu Geld zu machen. Es geht also ÜBERHAUPT nicht mehr um Inhalt, es geht um das trickreiche Überlisten von Suchmaschinen für’s Ranking, das Suchmaschine UND Leser vorgaukelt, es ginge um Informationen. Wie unehrlich das ist. Aber es hat eine Weile gebraucht, bis ich das gerafft habe. Da führt das Netz sich doch gerade selbst ad absurdum, oder sehe nur ich das so? (Kommt darauf an, was der Sinn des Netzes ist natürlich – und als Spiegel der Gesellschaft taugt es in dem Fall auch). Man sollte sich verweigern. Das Netz ist ein Krokodilgehege ohne Ausgang....




 Stellt sich mir die Frage, ob ich es verantworten kann, weiter für Content zu schreiben, wo das doch eigentlich moralisch nicht mehr einwandfrei ist…..eigentlich NEIN, weil ich ja niemanden „über’s Ohr hauen“ will. In dem Moment, wo ich weiß, dass das, was ich schreibe, nur Mittel zum Zweck ist – und auch die Leser letztlich instrumentalisiert werden – geht das nicht mehr. Also muss ich es anders andenken: ich versuche, WIRKLICHE Inhalte in den Texten zu schreiben, die ich in die Weiten des Netzes schicke und für die ich bezahlt werde, mich respektive nachgerade prostituiere. Und zwar deswegen, weil ich ja letztlich dafür sorgen kann, dass, obwohl oberflächlich, der Leser wenigstens einen Hauch von Lesefreude hat.



Früher war alles besser. Ich schrieb eine Kurzgeschichte über Frösche, gewann 50 Mark (!) und war glücklich. Wenn ich die Geschichte heute noch hätte, würde ich sie hier posten und gucken, was passiert. Aber so?

Könnte mir nicht einfach jeder einen Euro überweisen – und Ihr fragt mal bei Euren Freunden nach, ob sie mir auch einen geben und mir würde dieses Moraldilemma erspart bleiben?
Wenn die Freunde dann auch noch Freunde hätten.....und alles ohne Netz. Wow.

Oh, da fällt mir nochwas Lustiges ein, was ich heute gesehen habe: Facebook - oder das wahre Leben.

Montag, 12. Dezember 2011

Sie haben Post!

Sie hat ja allerorten wieder begonnen, diese Zeit der Erleuchtung, der Erkenntnis und der Glühweinstände. Und das ganz ohne Schnee. Nichtsdestotrotz ist es unübersehbar, dass es weihnachtet - und zwar vor allem im Bereich "Finanzen".
Nein, ich meine nicht die EZB, die mit der erneuten Zinssenkung (wer es nicht weiß; JETZT ein Haus zu kaufen könnte sich lohnen: http://www.zvg.com/) dafür sorgt, dass ich quasi verlustfrei zum eigenen Haus komme. Ok, das war arg euphemistisch - aber günstiger könnte ich zur Miete auch nicht wohnen.
Was ich als untrügliche Zeichen deute, dass Weihnachten schneller naht als geahnt, sind die unzähligen Spendenaufrufe, die meinen Briefkasten füllen, die mir nachgetragen werden, die mich nachgerade anbrüllen: "Du schlimmer Mensch im Wohlstand, gib mir mehr - oder fühl' Dich wenigstens schlecht!"
Zweifelsohne ist es wichtig, dass jeder von uns an der einen oder anderen Stelle mal einen Euro für andere locker macht - und da will ich überhaupt nicht vom Millionenprojekt sprechen. Ich habe durchaus Zeit, bis nach Weihnachten auf den Euro zu warten, jetzt, wo ich mich in Langmut üben will. Nein, durchaus soll man sich freigiebig von überflüssigem ballast trennen, der einen ohnehin nicht weiter bringt. Aber MUSS es für schwangere Marienkäfer sein? Oder anders gesagt: ich bin Mitglied in zig Vereinen (*grübel* - da gibt es sicher Einspamöglichkeiten.....), in einer Partei, bei mindestens zwei (mehr fallen mir spontan nicht ein, es sind sicher mehr) NGOs und einer Gewerkschaft. Zudem bekommt ein Patenkind der Vermittlungsstelle "http://www.plan-deutschland.de/" von einigen anderen Frauen und mir finanzielle Unterstützung. Alles super - und alle kriegen, neben meiner Potential steigernden Mitgliedschaft auch noch Geld von mir in Form von Beiträgen, die ich gerne locker mache, weil ich die Institutionen für wichtig halte. Was mich aber IMMENS nervt, ist die Tatsache, dass in jährlicher Regelmäßigkeit diese genannten Institutionen und Stellen MEHR Geld wollen. Naklar, ich habe auch nichts gegen die nunmehr zur Million ausstehnden 490350 € einzuwenden, wenn mir die jemand überweisen will. Aber ich schicke keine Briefe, in denen ich für 55 Cent Porto danach frage, ob ich einen Euro kriege. Außerdem ist es einfach so: WENN ich mehr geben WOLLTE und KÖNNTE, würde ich das ja tun. Aber es hat schon seinen Grund, warum ich eben NICHT mehr bezahle.
Es GEHT einfach nicht. Oder wenn es ginge, dann könnte ich mein Leben, wie ich es gerne führe, nicht mehr führen - muss ich mich deswegen schlecht fühlen? Ich finde, nein. Im Gegenteil.,.... aber im Moment habe ich, wo ich den Stapel der Bittbriefe gerade ins Altpapier befördert habe (nicht, ohne die beigelegten Spendennachweise fürs vergangene Kalenderjahr für die nächste Steuer ausgelesen zu haben....), tatsächlich sowas wie ein mieses Gefühl. Das ärgert mich. So sehr, dass ich überlege, aus den vereinen auszutreten. Mal durchrechnen, was das bei der Steuer ausmacht.
Nein, ich bin nicht gemein. Aber ich bin eben auch kein reiner Gutmensch.
So, jetzt hab ichs mir mal wieder gegeben.


Nachtrag 22:45 Uhr: Wie es der Zufall will, sendet Planetopia genau zu diesem Thema gerade einen Beitrag - und auch wenn ich von den Privatsendern nicht allzu viel halte, so verdeutlicht mir doch das Magazin gerade eines GANZ deutlich: ich habe nicht Unrecht, wenn ich kritisiere, dass viel Geld ins Marketing und die Selbstbereicherung der "Spendenorganisationen" und in deren bettelbriefe fließt.
Ganz ehrlich: da bin ich lieber ehrlich. Zu mir selbst und anderen.
Drum prüfe, wer mir keinen Euro geben will und das Geld lieber einem guten Zweck zukomman lassen mag: http://www.dzi.de/spenderberatung/

Samstag, 19. November 2011

Heiße Luft in Tüten

Luftballons. Ich mochte sie nie, weder als Kind noch jetzt. Ihr Zweck erschließt sich mir nicht. Ich meine: wozu sollen sie gut sein? Es sind bunte Gummihüllen voller Luft. Was sie transportieren, ist ausgeatmete Luft. Im Prinzip Abfall – es sei denn, man ist ein Baum.
Dann kann man sie als Notreservoir betrachten. Ansonsten aber ist es doch so, dass man mit diesen Dingern nichts anfangen kann. Sie sind hoffnungslos überfrachtete Symbole einer „glücklichen Kindheit“, suggerieren einem eine heile Welt und produzieren letztlich nur Müll. Ja, man kann mit ihnen die Elektrostatik demonstrieren. Und ab und zu kann man mit ihnen spielen. Wenn man ein Kind oder besoffen ist. Aber für diese Zweckerfüllung würde ein Zehntel dessen an Luftballons genügen, was jetzt produziert wird.
Ich kann Luftballons nicht leiden. Und ich habe sie vermieden, solange es ging.
Aber seit ich Kinder habe, sieht meine Welt anders aus. Fröhlich bunte Farben schreien mich aus allen Ecken des Hauses halbverschrumpelt an. Sie brüllen aber nicht etwa „Hol endlich die Schere und mach mich weg!“, nein, sie schreien „Du herzlose Mutter, gönnst deinen Kindern nicht die winzigste Freude! FREU Dich gefälligst, dass sie so leicht glücklich zu machen sind!“
Ich falle morgens vor dem ersten Kaffee über Luftballons mit Krankenkassenaufdruck (wenn man werben will, sollte man lieber den zahlungsfähigen Kunden im Blick haben. Das sind selten die Kinder….), hole beim Staubsaugen geschrumpfte Katzengesichter unter dem Sofa hervor oder weiche um die Ecke swirschenden unbekannten Flugobjekten aus, weil die Luftballons ja „so schön sausen!“.
Nun, bis jetzt könnte man diesen Vorspann als Gejammere abtun – er hat aber eine weitaus größere Bedeutung. Er klärt auf über die menschliche Psyche. Die meine und die meiner Kinder. UNd sicher Millionen anderer auch........
Denn seit heute wissen meine Kinder, wo Luftballons wohnen. Wo es sie gibt. Ganz umsonst. Oder fast umsonst.
Wir waren auf einer Messe. Damit sich der Eintritt lohnt, sogar auf dreien. Und überall gab es Luftballons. Aufgeblasen, mit Gas gefüllt, händeweise als schlaffe Hüllen, versteckt in irgendwelchen großzügig ausgestattet wirkenden Taschen (die auch wieder in den Müll wandern, ich sehe es kommen) – und dennoch MOCHTE ich sie.Ansatzweise.
Weil ich das Gefühl hatte, dass sich „der Eintritt denn gelohnt hat!“ – schließlich nahmen wir was mit nachhause. Einen Turnbeutel beispielsweise mit dem Aufdruck einer nicht ganz günstigen Schuhfirma. Gefüllt war der Beutel mit 10 Luftballons in übertrieben fröhlichen Farben und einem nicht minder übertriebenen Geruch nach Latex und Talkumpuder. Ferner 18 Bleistifte mit einem aufgesetzten Radiergummi an jedem Stiftende. Einem hüpfenden Flechtflummi, der beim Aufkommen auf den Boden eine LED-Leuchte aktiviert und blinkt, als wolle er Taschendisco spielen. Zudem noch ein Turnbeutel mit Werbeaufdruck, einem Schaumstoffball mit Werbeaufdruck. Einem Gutschein für das Verkaufsportal www.4little.de (Code: Babywelt 11, gern geschehen), Weihnachtsgeschenkewerbung und einem Produktführer. Toll, ne? Und das Ganze dann zweimal – wegen des Flummis, weil es sonst Streit gibt!
Es blieb nicht bei diesen Ballons. Auch eine große Drogeriekette gab sie freimütig aus. Und dazu immer Tüten - man kann sie ja mal brauchen! - voller Luft und Ballons. Ein Babywarenladen, ein Kleidergeschäft, eine Gebärdensprachenschule (für Babys…. – die KÖNNEN doch schon Zeichensprache…) - überall Luftballons - und Kulis. 
Dann diese FREUDE aller über das Dasein, das Kindsein, das Sein an sich.
Ich konnte mich kaum halten. Vor Freude. Dass ich letztlich dann doch nicht nur Eintritt gezahlt habe, sondern was wirklich Sinnvolles mitnehmen durfte (ehrlich). Einen Schlüsselanhänger mit Knisterohren. Zahnbürsten mit Krankenkassenaufdruck. Ein Waschgel (ich sollte nicht so viel mit fremden Leuten reden...). Drei Puddingdesserts. Eine Babyflasche. Zeitschriften......  ah - ein Coverfoto meines Kindes auf der Eltern. Montiert, nicht echt, aber echt schön.
Und glückliche Kinder, die hinten mit drei Luftballons den Blick aus dem Rückspiegel verstellten....Das ist doch mal was……UNBEZAHLBAR! Danke, liebe Luftballonhersteller und Messeverteiler!

Donnerstag, 8. September 2011

Die Polizei, Dein Freund!

Von "Helfer" will ich erst einmal nicht sprechen, das müssen wir abwarten. Eigentlich haben wir ja dem Polizisten geholfen, aber eins nach dem anderen.

Langsam ist es an der Zeit, über unsere Anzeigenerstattung wegen des an uns versuchten Betruges zu schreiben - wenigstens EINE Person wird es interessieren, da bin ich mir sehr sicher.

Nachdem wir nämlich bei Dailydeal angerufen hatten, wiesen die dort darauf hin, dass es durchaus eine eingetragene Lieferadresse gebe....

Nungut, da wir sicher gehen wollten, dass alles sicher geht, nutzten wir nicht die Internetwache, sondern schauten auf dem örtlichen Posten vorbei.

Der Dienst habende Officer was NOT amused - er bekannte freimütig "Wisset Se, vom Internet han I koi Ahnung, I be do et so an Friek!"

Nachdem wir diverse Fachbegriffe wie "Portal" und "Blog" ("Ah, des isch na so an Onlinetagebuch!") geklärt hatten, waren wir nach etwa einer Stunde auch schon mit der einseitigen Anzeigenaufnahme fertig. Ein Kinderspiel.

Lediglich die Frage, wie denn der Betrüger an die Kontodaten kam, musste der Polizist noch verdauen. Und die Information, dass auf dem Konto ja nie wirklich was drauf ist, weil ich natürlich nicht GANZ doof bin und es in entsprechend kurzen Abständen leere....
es gibt ja schon NIEDERE SUBJEKTE, die sich da am Eigentum anderer vergreifen wollen, das war mir schon lange vor dem 26.8. klar, weswegen des Diebs Millionendeal ja auch scheiterte. Aber Liebchen, das wirst du alles nochmal vom Staatsanwalt hören.....("Ond des send scharfe Hond!", sagte uns der sehr reale Polizist!)

Nun, schließlich lief es darauf raus, dass wir des officers day gemacht haben, denn er hatte ein unglaubliches Erfolgserlebnis: "SO, des hemmer jetzt z'samma aber guat na'bracht!"

Ich musste ab und an doch an meinen Lieblingskommissar denken....

Ja, nun gilt es, abzuwarten, was der "scharfe Hond!" von Staatsanwalt - und DEN wünsche ich mir - zu dem Betrugsvorgang sagt. Ach, eines fand ich noch ganz interessant: (Unrechtmäßig) eingezogene Lastschriften kann man IMMER sechs Wochen lang cancellen (altdeutsch: stornieren).... sollte es also nochmal jemand probieren wollen: unser Officer hier hat jetzt Erfahrung darin, Anzeigen zum Thema Internetkriminalität aufzunehmen. Nachher wird er no an Friek, d'r Guate....... ;-)