Dienstag, 24. Juni 2014

Gallina Espanola will Hennen retten: ein Euro mehr für einen guten Zweck

Spanien ist nicht unbedingt das Land, in dem sorgsam mit Mitwesen umgegangen wird. Deswegen hat Caroline, alias Gallina Espanola, beschlossen, dem Leid nicht mehr zusehen zu wollen. Sie begann, Hennen bei sich aufzunehmen, zu pflegen, aufzupäppeln, ihnen ins Leben zurück zu helfen. Der Zustand der Tiere ist extrem und schlimmer als man sich vorstellen mag. Das Bild am Ende des Beitrags ist definitiv nichts für schwache Nerven, aber es entspricht einer Wahrheit, mit der sich Caroline täglich konfrontiert.

Das Problem: Gallina hat keinen Stall. Darum zu bitten, wäre ein No-Go, sie möchte das Ganze alleine stemmen.
Da sie selbst am Existenzminimum herumkrebst, wird es ohne Hilfe aber so bald keine artgerechte Unterkunft geben, denn, bei aller liebe und Verbesserung für die Tiere, ein eigener Stall mit Stangen, kotbrett, Nistgelegenheitenund Scharrraum für das von einigen mittlerweile wieder erlangte tierische Verhalten, wäre toll. Die Situation so aber ist unhaltbar. Und deswegen kamen ein paar Menschen im Hühnerforum auch die Idee, etwas zu ändern, nciht nur zu reden, sondern da zu helfen, wo Hilfe vergleichsweise einfach möglich ist: durch eine Spendenaktion für Caroline Waggershausen und ihre Hühner: Vivas Gallinas Espana!

Mehr Informationen hierzu gibt es im Hühnerforum, wo Caroline eigentlich nur nach Bauanleitungen für Ställe suchte. Oh, Caroline ist übrigens nicht mal so ganz spontan zur Hühnerschützerin geworden, sie war schon im Einsatz gegen die spanischen Stierkämpfe und hat sogar ein buch darüber verfasst.
Und sie schreibt hier  im Hühnerforum von dem Ist-Zustand, der sich komprimiert so darstellt:

hallo zusammen,
herzlichen dank fuer euer interesse und einsatz. bin ganz ueberwaeltigt.
ja, ich habe wirklich hilfe noetig. befinde mich schon seit laengerem in einer sehr prekaeren finanziellen lage. das einzige einkommen, das ich im moment zur verfuegung habe, ist das geld, das mir die eier der geretteten hennen auf dem wochenmarkt bringen.
eine bekannte aus deutschland hilft mir bei der miete. so haben wir wenigstens alle noch ein dach ueber´m kopf. aber das ist natuerlich kein dauerzustand. [...]

hennen zu halten bzw. zu retten waere mir wirklich nie in den sinn gekommen. ich hatte auch gar keinen kontakt zu leuten, die hennen hielten. bin mehr auf katzen, hunde und pferde spezialisiert. den bauern aus dem dorf lernte ich zufaellig kennen. ich kastrierte seine katzen. ab da besuchte ich ihn woechentlich, weil er mir immer frisches gemuese und obst mitgab. in meiner situation ist das gold wert.
muss allerdings dazusagen, dass das nun alles die hennen und die geretteten hasen (sind auch vom bauern) verputzen. wenn das der bauer wuesste..... :-) aber so haben die tiere wenigstens gutes futter. [...]

zuerst war es nur othilie, eine weisse legehenne, der der bauer ein bein brach und dann im dreck liegen liess. ich nahm sie mit. danach kam kunigunde. ein haeuflein elend, krank, abgemagert und voller parasiten. dann kam clothilde, die fast keine federn mehr am koerper hatte und im winter schlotterte wie espenlaub. danach kam sieglinde, der es genauso ging wie clothilde. usw. und so fort.
zwischenzeitlich sind es 20 hennen. das war nicht vorgesehen. aber haette ich sie dort verrecken lassen sollen? das konnte ich nicht.

Doch die damen machen mir nicht nur freude, sondern auch viel arbeit. sie haben es sich auf dem katzentisch breit gemacht. dort ist es schoen weich und warm. welcher henne wuerde das nicht gefallen? und mehr noch einer, die aus so einem dreckloch kommt. aber es ist dann an mir, alles sauber zu machen. ist schon viel arbeit. die schlafkaefige, die terrasse, der katzentisch.

natuerlich weiss ich, dass ein huehnerstall die loesung waere, aber mir fehlen leider die finanziellen moeglichkeiten. daher halte ich eben aus. anders gehts im moment nicht.

von daher bin ich euch ueberaus dankbar, wenn ihr meinen hennen und mir helfen wollt. bin wirklich geruehrt. bin ja auch erst seit kurzem im forum und man kennt mich eigentlich gar nicht. von daher stehe ich jedem gerne rede und antwort, wenn er mehr ueber mich bzw. meine hennen und sonstigen tiere wissen moechte. :-)

herzlichen dank an alle fuer das interesse und die hilfe. :-) 



Und einmal mehr stellt sich hier die Frage, ob es sein kann, dass man die Augen schließt, wenn man von solch einem Unglück liest. Ja, man will es gar nicht wissen, wie ätzend diese Welt ist. Aber nun wissen wir es eben einmal - und es gibt, im Gegensatz zu dubiosen Spendenaufrufen - eine echte Ansprechpartnerin mit ganz konkreten Bedürfnissen.

Ganz ehrlich, ehe ich sage "Aufrunden, bitte!", stecke ich lieber einen Euro in Carolines Sammelbüchse. Und hey, ja, klar, hier in Deutschland gibt es auch Menschen und die Tiere, die leiden.

Es ist niemand daran gehindert, auch diesen einen Euro zu schenken.
Mist, ich wollte doch die Euros für MICH.
Ach, egal, Peanuts für mich, für Carolines Hühner eine Welt.

Naja, also wenn jemand Interesse hat, Caroline zu unterstützen, kann das entweder über mich laufen, oder aber ich organisiere die aktuellen Kontodaten (nur werde ich die hier nicht ungefragt publizieren).
Wenn jemand als Spender für Caroline namentlich genannt werden möchte, wäre ein Kontakt per Mail mit mir über Spendenbetrag und Vorstellung der Nennung wünschenswert. Denkbar ist alles: über einen Artikel auf einem meiner Blogs, ein Erscheinen im HüFo, einer Listung oben rechts....

Misshandeltes Huhn, Foto von Gallina Espanola, Caroline Waggershauser


Kommentare:

  1. Eine Super Idee, den Aufruf hier in deinem Blog zu veröffentlichen! Das, was Caroline über die Zustände in Spanien berichtet ist einfach grauenhaft. Sie hat ja auch einige Fotos eingestellt, mit denen sie alles dokumentiert.
    Du hast recht: bevor ich mein Geld anderweitig großzügig verteile, stecke ich es lieber in dieses Hühnerstallprojekt.
    Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass nicht Caroline es war, die um Spenden gebeten hat, sondern dass die Dringlichkeit ihres Anliegens so offensichtlich war, dass einige Hühner-Forianer den Gedanken hatten, eine Spendenaktion sei angebracht.
    Ich hoffe, dass dieser Aufruf hier viele Menschen anspricht und so berührt, dass sie ihr Scherflein zu der Aktion beitragen.

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  2. Hühnerfuchs
    Ich habe selber immer wieder Tiere die ich von Menschen denen sie "im Weg waren" übernommen habe und biete ihnen ein Heim um bis zu ihrem natürlichen Tod
    ein schönes Leben zu verbringen.Natürlich fallen da immer wieder Tierarztkosten an, mal mehr, mal weniger.
    Sollten sich die Tierarztkosten in Grenzen halten dann Spende ich immer wieder einmal einen Betrag für Institutionen die sich um notleidende Tiere kümmern ( örtlicher Tierschutzverein, Gut Aiderbichl als Pate,und eben aktuell für Caroline.
    Ich möchte mich auch bei "Vamperl","Phoenix27" und "Purzelstern" für ihren Einsatz in dieser Sache bedanken - was nutzen Spenden wenn sie keiner sammelt und dafür sorgt dass sie auch bei Caroline ankommen.

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